Theorie nach Dildei
Schutzdienst
Voraussetzungen
Stil des Hetzens
Der Helfer verhält sich möglichst ruhig und passiv. Dies bewirkt
mehr Aktivität im Hund. Er bestimmt, was geschieht. Der Hund arbeitet
den Helfer, nicht der Helfer den Hund.
Aktivität
Der Hund erhält so ein Gefühl der Kontrolle, was auf dem Platz geschieht.
Jede Übung ist so aufgebaut, daß der Hund derjenige ist, der die
Aktionen auslöst. Traditionell wurde der Hund durch das Überlassen
der Beute bestätigt. Sie wurde ihm vom Hundeführer wieder abgenommen,
und wenn der Helfer fertig war, ging es weiter. Dildei meint, daß dies
verkehrt sei, denn dabei ist der Hund nicht aktiv, sondern er wird sich nur
verteidigen, er reagiert statt daß er agiert. Um zu erreichen, daß
der Hund agiert, muß das Training anders aufgebaut werden. Wir müssen
dem Hund möglichst viel Kontrolle geben. Wurde der Hund mit der Beute
bestätigt, kann er sie so lange im Fang halten, wie er möchte. Der
Helfer zieht sich dabei zurück und wartet, bis der Hund den Arm fallenläßt.
Man gibt dem Hund so viel Zeit, wie nötig, damit er den Arm freiwillig
abgibt. Sobald dies geschieht, geht der Helfer zum Hund zurück und fährt
fort. Dies gibt dem Hund Macht und läßt ihn agieren. Er verteidigt
sich nicht nur, sondern er fordert den Helfer auf, indem er den Arm abgibt.
Schritt für Schritt bildet sich im Hund ein Gefühl der Kontrolle
darüber, was im Training vor sich geht. Dies gibt dem Hund einen Anreiz,
den Arm freiwillig abzugeben, anstatt um die Beute zu kämpfen. Dies ist
ein sehr großer Vorteil.
Schutzdienst ohne Zwang
So geübt, braucht man keinen Zwang bei der Ausübung. Der Hund hat
gelernt, daß der Helfer erst wieder aktiv wird, wenn er ausläßt.
Es gibt keinen Ungehorsam, da es keine Befehle gibt.
Positive Einstellung
Der Hund läßt gerne aus, man muß ihn nicht zwingen. Er kann
so ruhig und mit klarem Kopf aber dennoch trieb- und energievoll arbeiten.
Junghundtraining
Dildei meint, daß ein Welpe oder Junghund nicht genügend mitbringt,
um dem Kampf von seiner Seite etwas hinzuzufügen. Der Helfer muß
dadurch mit viel Aktivität ausgleichend einwirken. Der Hund gewöhnt
sich so an die ausgleichenden Aktionen und sie verlieren mit der Zeit ihren
Effekt. Er wird davon abhängig und benötigt diese, um Trieb zu bilden.
Die andere Möglichkeit ist, daß der junge Hund überreizt wird
und Streß erzeugt. Je jünger ein Hund ist, desto größer
ist die Gefahr, daß er in einen hektischen Zustand versetzt wird. Wenn
der Hund im jungen Alter häufig überreizt wird, kann dies oft zu
einem chronischen Problem werden. Der Helfer oder auch Streß erzeugt
dann Hektik, die sich besonders auf das Beißverhalten auswirken wird.
Hunde, die in einem Alter von weniger als 9 Monaten im Schutzdienst trainiert
werden, sind häufig im Alter von einem Jahr maßlos hektisch oder
abgestumpft. Selbst nur das Beobachten anderer Hunde im Schutzdienst kann
sich auf Welpen schädlich auswirken.
Die Ausbildung
Der Anfang
Wenn der Hund erwachsen ist, und dies ist nicht eine Frage des Alters,
sondern der Reife. Er muß physisch und mental reif sein. Er sollte
wenigstens Ansätze eines sozialen Dominanzverhaltens zeigen. Ein
ausgeprägter Beutetrieb reicht nicht aus. Wenn ein Hund bei Bedrohung
Wehrverhalten zeigt, ist das noch nicht unbedingt ein Zeichen der Reife.
Es soll eine Selbstsicherheit sein im Falle einer Konfrontation. Wir machen
den Hund mit dem Schutzdienst bekannt, indem wir ihn bei einem anderen
Hund zusehen lassen. Jedoch nicht vor 14 - 16 Monaten. Der auf dem Platz
arbeitende Hund soll sicher und triebvoll agieren, aber nicht überreizt.
Der zusehende Hund soll das Geschehen ca. 1 - 2 Minuten an der Leine beobachten.
Wenn es machbar ist, sollte zwischen ihm und dem Platz ein Zaun sein.
Der Hund muß sich interessiert zeigen. Wenn er dies nicht tut, so
ist er noch nicht erwachsen genug und wird dann für einige Wochen
zurückgestellt. Zeigt der Hund Interesse, lassen wir ihn 1 - 2 Minuten
zuschauen, dann ziehen wir ihn vorsichtig an der Leine vom Platz. Die
physische Einwirkung durch das Halsband beim Wegziehen wird den Trieb
noch erhöhen. Wenn der Hund nach einigen Übungsstunden reges
Interesse zeigt, kann man ihn direkt in die Handlung mit einbeziehen.
Dies geschieht aber immer noch an derselben Stelle hinter dem Zaun. Der
Helfer nähert sich ihm und arbeitet ihn am Zaun. Der Zaun hat den
Vorteil, daß er den Hund zurückhält, so daß man
nicht mit Leine und Halsband auf ihn einwirken muß. Dieses Gezerre
an der Leine lenkt nur den Hund vom eigentlichen Geschehen ab, so daß
er sich nicht auf den Helfer konzentrieren kann. Weiter hat es den Nachteil,
daß der Hund davon abhängig wird und dies braucht, um Trieb
zu entwickeln. Der wohl größte Vorteil des Zauns ist, daß
er dem Hund ein Gefühl der Sicherheit gibt. Dadurch kann der Helfer
gezielter angreifen und verringert die Gefahr der Hektik und des Zurückweichen
des Hundes. Ohne Zaun ist der Helfer gezwungen, den Beutetrieb anzuregen
und somit die Bedrohung vom Hund zu nehmen. Das würde allerdings
den Hund in eine falsche Verfassung versetzen und verlangt ein Übermaß
an Aktionen seitens des Helfers. Dildei hält es für wichtig,
daß der Schutzdienst realistisch dargestellt wird. Die Arbeit im
Schutzdienst sollte sich auf eine natürliche Aggression stützen
und nicht auf Beute- oder Spieltrieb oder auf Aggression, die durch Frustration
hervorgerufen wird. Deshalb ist es wichtig, daß der Hund erwachsen
ist. Daß er bereit ist, solche Aggression zu zeigen.
Dildei ist der Meinung, daß die erste Erfahrungen, egal wobei,
den Hund in diesen Situationen beeinflussen werden. Deshalb sind die anfänglichen
Übungen so wichtig. Daher sollte dabei ein erfahrener Helfer eingesetzt
werden. Er muß eine verdächtige und auch verunsicherte Person
spielen können. Wird dies anfänglich - ohne den Hund in Angst
oder Hektik zu versetzen - gemacht, so ist das eine gute Grundlage für
den weiteren Schutzdienst.
Der Helfer startet aus einem Versteck heraus und reizt den Hund, um ihn auf
sich aufmerksam zu machen. Wenn der Hund aggressiv oder alarmiert reagiert,
zieht sich der Helfer wieder in das Versteck zurück. Hat der Hund einige
Male gebellt, tritt der Helfer aus dem Versteck heraus und wird sich dem Hund
drohend nähern. Zeigt der Hund Reaktion, zieht sich der Helfer immer
wieder etwas zurück. Der Helfer führt eine Juterolle mit sich. Da
der Hund diese nicht kennt, wird daraus auch kein Beutetrieb entstehen.
Während der Helfer hinter dem Zaun agiert, verhält sich der Hundeführer
absolut ruhig, er lobt und berührt den Hund nicht. Innerhalb von ca.
1 Minute hat sich der Helfer vom Versteck aus dem Hund/Zaun genähert.
Zeigt der Hund in diesem Moment ein gewünschtes Verhalten, gibt ihm der
Helfer einen Anbiß über den Zaun.
Der Hundeführer rennt mit seinem Hund zum Auto oder der Box, verhält
sich immer noch ruhig und berührt den Hund nicht. Der Hund behält
die Beute so lange, bis er sie freiwillig fallenläßt. Der Hundeführer
beeinflußt ihn dazu nicht. Der Hund darf niemals auf die Idee kommen,
daß der Hundeführer mit ihm um die Beute streiten will, dies würde
einen Konflikt erzeugen. Ein Konflikt entsteht dort, wo zwei verschiedene
Kräfte aufeinanderstoßen. Dies können 2 physische Kräfte
sein, wie das Ziehen und Zurückziehen aber auch 2 psychische Kräfte,
wie das Verlangen des Hundes nach trieblicher Befriedigung und das Vermeiden
von Schmerz. Man sieht dies sehr häufig in traditionellen Ausbildungsmethoden.
Dort wird der Hund sehr oft in eine Konfliktsituation gebracht. Auf der einen
Seite das Verlangen nach Beißen auf der anderen Seite das Bewußtsein,
auslassen zu müssen, um Schmerzen zu vermeiden. Dieser Konflikt führt
zu einem hektischen und unkonzentrierten Verhalten. In diesem Zustand ist
es schwer für den Hund, klar zu denken und auch schwer zu lernen und
seinen Trieb zu kanalisieren, ihn auf das richtige Ziel auszurichten. Statt
dessen wird seine Energie überkochen, sie wird verschwendet und zeigt
sich meist in Ersatzhandlungen. Wenn wir in den ersten Übungsstunden
versuchen, dem Hund die Beute gewaltsam wegzunehmen, wird dies einen Konflikt
auslösen und ihn in einen hektischen Zustand versetzen. Die Auswirkungen
dieses Stimmungswechsels sind vielfältig. Zum einen wird der Hund seinen
Führer als Konkurrenten in der Beißarbeit ansehen, statt eines
Verbündeten. Später wird, jedesmal, wenn sich der Führer seinem
Hund nähert, dieser hektisch werden und versuchen, sich gegen alle Einflüsse
zu wehren, sich jeglicher Kontrolle zu widersetzen.
Wenn der Hund hektisch ist, wird er oft schlecht beißen - ohne
vollen Griff. Um ihn aber zu einem vollen, sicheren Griff zu veranlassen,
benötigen wir einen Hund mit klarem Verstand und gezieltem Trieb.
Und schließlich, wenn wir den Hund zum Ausmachen gezwungen haben,
wird er hektisch beim Aus. Er wird nicht sauber und ruhig ablassen. Wenn
der Hund mit klarem Verstand arbeitet, trieblich ruhig und gezielt, wird
er von der Beute ruhig und relativ schnell ablassen. Dies ist die Basis
für ein korrektes Aus. Wenn wir den Hund mit Gewalt vom Arm abbringen,
wird er dieses normale Aus nicht erlernen. Er wird sich zunehmend gegen
das Aus wehren wollen und beginnt schließlich, sich dem Hundeführer
zu widersetzen. Wenn der Hund einige Male in solch eine Situation gebracht
wird, wird er später immer dann, wenn es zum Auslassen kommt, grundsätzlich
den Konflikt spüren, er wird hektisch werden und sich widersetzen.
Wenn der Hund nach einiger Übungszeit gut beißt, kann man dann
2 oder 3mal beißen lassen. Hat der Hund gebissen führt ihn der
Hundeführer weg vom Helfer und überläßt ihm den Arm,
bis er diesen freiwillig abgibt. Zeigt der Hund einen harten Biß, ist
es Zeit, ihn mit dem Beißarm bekanntzumachen. Wenn der Schutzdienst
wie zuvor beschrieben geübt wurde, zeigt der Hund auch hier keine Probleme.
Nach einigen weiteren Übungsstunden wird der Hund nun direkt auf
den Platz gebracht, ohne Zaun zwischen Hund und Helfer. Am besten trainiert
man diese Situation, indem man dem Hund wie gewohnt einen Anbiß
über den Zaun gibt und dann mit dem Arm im Fang des Hundes auf den
Platz läuft. Nachdem der Hund den Arm wie gewohnt ausgelassen hat,
geben wir ihm noch 2 - 3 Anbisse. Nach jedem Anbiß wird der Hund
weg vom Helfer geführt, bis er freiwillig abläßt. Erst
dann kehrt der Helfer zurück und fährt mit der Arbeit fort.
Die Übung wird beendet, indem man den Hund mit dem Arm im Fang zur
Box führt, wo er freiwillig abgibt.
Der frontale Anbiß
In den Anfängen des Trainings werden alle Anbisse hinter einem Zaun oder
an der langen Leine ausgeführt. Wir sollten dann aber so schnell als
möglich zu Beißhandlungen übergehen, bei denen der Hund frei
und uneingeschränkt ist. Traditionell wird dies durch Weglaufen oder
Fluchtanbisse erreicht. Dies ist aber für den Hund ganz anders als wenn
der Helfer den Hund direkt angreift. Deshalb sieht Dildei das Trainieren dieser
Fluchtübung als reine Zeitverschwendung. Er ist der Meinung, daß
man eine Übung benötigt, die 3 Anforderungen erfüllt.
1. Der Hund muß die Möglichkeit haben, sich frei zum Anbiß
zu bewegen
2. Er muß bei der Übung einen korrekten Bewegungsablauf erlernen,
so daß er jeden frontalen Anbiß aus vollem Lauf mit einem guten,
vollen Griff sicher übersteht und letztlich müssen wir erreichen,
3. daß der Hund ohne zu zögern angreift.
Dieser frontale Anbiß wird ohne Unterstützung auf sehr kurzer
Distanz geübt. So daß der Hund in 1 bis 2 Sätzen den Arm erreichen
kann. Dies oft auf diese Weise trainiert, erreicht, daß der Hund diese
Technik des Reingehens dann später bei der Mutprobe genauso anwendet.
Ausführung
Der Hundeführer hält den Hund an der Leine. Der Helfer wird den
Hund leicht anreizen und bedrohen. Der Schutzarm ist dabei an der Seite oder
hinter dem Körper. Jegliche Hektik muß vermieden werden. Wenn der
Helfer im Hund das gewünschte Verhalten sieht, nickt er mit seinem Kopf
und gibt dadurch das Zeichen für den Anbiß. Der Führer läßt
den Hund los. Der Helfer bewegt sich dabei nicht von der Stelle, er soll bis
zum Schluß eine drohende Haltung einnehmen und kurz vor dem Anbiß
den Arm nach vorne bringen und den Hund abfangen. Sofort wenn der Hund den
Arm gefaßt hat, bestätigt der Helfer den Hund durch Überlassen
des Arms. Der Helfer fährt mit der Übung erst wieder fort, wenn
ihm der Hund, wie gewohnt, dazu das Zeichen gibt, indem er den Arm freiwillig
abgibt. Ein sehr wichtiger Punkt ist in dieser Übung die Distanz zwischen
Hund und Helfer, sie muß so gewählt sein, daß der Hund kraftvoll
abspringen kann und so den Arm erreicht.
Traditionell wird der Hund nach dem Anbiß bedrängt und mit ihm
zur Belohnung gekämpft. Dildei ist der Meinung, daß dies unnötig
ist und den Hund eher abstumpft. Der Zeitpunkt, bei dem der Hund belohnt werden
soll, ist der Anbiß selbst. In diesem Moment ist der Hund am stärksten
und genau hier soll er bestätigt werden, indem wir ihm den Arm übergeben.
Für den Großteil der Übungen sind die eigentlichen Handlungen
extrem kurz. Diese frontalen Angriffe sollen ca. 4 x geübt werden, um
dann den Hund anschließend wieder wegzubringen. Wenn dies so einige
Wochen geübt wurde, zeigt der Hund einen energievollen und harten Anbiß
ohne zu zögern.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo man mit dem Stellen und Verbellen beginnt.
Das Stellen und Verbellen
Traditionell wird de Hund im Versteck durch Leine und Stachelwürger vom
Beißen abgehalten, bzw. dafür vom Helfer bestraft.
Dildei macht dies wie folgt:
Jede Übung beginnt mit 2 oder 3 frontalen Angriffen. Danach geht
der Helfer ins Versteck und hält den Arm so zwischen sich und das
Versteck, daß ihn der Hund nicht erreichen kann. Der Hundeführer
gibt den Hund frei, der zum Versteck läuft und dort den stillstehenden
und leicht bedrohenden Helfer vorfindet. Diese Situation verunsichert
den Hund, so daß er zu bellen anfängt. Sobald der Hund 1 oder
2 mal gebellt hat, bringt der Helfer den Arm vor die Brust, läßt
den Hund anbeißen und bestätigt ihn sofort. Auch hier wartet
der Helfer so lange im Versteck, bis der Hund den Arm freiwillig abgegeben
hat, tritt dann heraus, holt den Arm und begibt sich zur nächsten
Stell- und Verbellübung wieder ins Versteck. Dies wird 2 - 3 mal
pro Training wiederholt. Grundsätzlich wird die Übung mit 1
oder 2 frontalen Angriffen und dem Übergeben des Armes abschließen.
Die Aufgabe des Helfers ist es, durch den Anbiß im entsprechenden
Moment die Stell- und Verbellübung in die gewünschte Form zu
bringen.
Wichtig ist auch, daß man mit dieser Übung nicht zu spät
beginnt, damit der Hund noch nicht stark genug ist und kontrolliert im Versteck
beißt. Hat man diesen Zeitpunkt verpaßt oder ist
der Hund zu stark, wird er an der Leine langsam ans Versteck herangeführt
und wie oben beschrieben fortgefahren. Der Helfer bestätigt das Bellen
erst, wenn die Leine locker ist.
Das Aus
Traditionell mit das größte Problem, wo der Hund mit Leine und
Stachelwürger zum Aus gezwungen wird. Nach der Methode von Dildei hat
der Hund schon immer gelernt, daß er durch Abgeben des Arms den Helfer
zu weiteren Aktionen auffordern kann. So macht es ihm auch keine Probleme,
von einem stillstehenden Helfer abzulassen.
Übungsablauf
Wieder beginnen wir mit 2 - 3 frontalen Angriffen, dann wird der Hund
zum Stellen und Verbellen ins Versteck geschickt. Das Ende der Übung
wird aber nicht das Übergeben des Armes sein. Der Helfer wird den
Hund kurz am Arm arbeiten und ihn dann wieder sanft ins Versteck ziehen.
Dort bringt er den Arm in eine normale Position und bleibt still stehen.
Dies benötigt einiges an Kraft, nach mehr oder weniger langer Zeit
wird der Hund ablassen und wieder in ein Stell- und Verbellverhalten kommen.
Während dieser Zeit bleibt der Hundeführer möglichst außer
Sicht, redet nicht mit dem Hund und berührt ihn nicht. Die Aufgabe
des Helfers ist es, dem Hund durch das eigene Verhalten zu helfen. Hat
der Hund einige Male gebellt, wird er durch einen Anbiß mit Übergabe
des Arms bestätigt. Der Hund lernt so nach und nach, daß er
erst wieder zum dem Arm kommt, wenn er ihn für kurze Zeit freigibt.
Da es aber kein Aus im Versteck sondern nur auf dem freien Platz gibt,
muß dies entsprechend überbrückt werden. Dildei wartet
dazu recht lange.
Der erste Schritt zur Überbrückung ist, daß der Helfer den
Hund zum Aus nicht ins Versteck zieht, sondern auf die Rückseite, so
daß der Hund das immer noch als Denkanstoß für das Aus hat.
Klappt dies, wird das Aus Schritt für Schritt weg vom Versteck auf den
Platz verlagert, so daß der Hund an jedem Ort ein sicheres Aus zeigt.
Unterordnung beim Schutzdienst
Angefangen wird dies, indem der Hund von der Stell- und Verbellübung,
wenn der Helfer schon außer Sicht im Versteck ist. Wir verlangen,
bevor wir ihn schicken, ein Sitz mit Augenkontakt. Zeit er dies, wird
er zu Belohnung geschickt. Dieses Sitz wird nach und nach perfektioniert.
Zeigt der Hund keinen Augenkontakt, gibt man dem Hund ein Fußkommando
und läuft weg vom Helfer. Zeigt der Hund jetzt Augenkontakt, macht
man eine 180 °-Wendung. Diese Wendung ist schon Bestätigung für
das Hochschauen. Wir gehen mit dem Hund zum Ausgangspunkt zurück
und geben ein Sitzkommando. Schaut er hoch, geben wir ein Fußkommando,
machen eine 90 °-Wendung zum Versteck und lassen erneut Absitzen.
Schaut er hoch, schicken wir ihn zum Versteck. Er wird dadurch aufmerksamer
und leichter zu kontrollieren. Klappt diese Übung, wenn der Helfer
im Versteck steht, kann man ähnliche Übungen auch mit sichtbarem
Helfer machen. Ab und zu kann es notwendig sein, dem Hund mit einigen
Leinenruckern zu korrigieren, aber ohne ihn hektisch zu machen.
Das Revieren
Auch dies ist eine Unterordnungsübung. Bis zu diesem Zeitpunkt haben
alle Stell- und Verbellübungen in ein und demselben Versteck stattgefunden
und zwar im Versteck Nr. 1. Der Hund lernt so, daß er immer im selben
Versteck den Helfer antrifft und ist somit gewillt, auch immer dieses
Versteck anzulaufen. Die Übung beginnt wieder mit 1 - 2 frontalen
Angriffen. Wir lassen dann den Hund sehen, wie der Helfer ins Versteck
geht. Der Hundeführer beginnt seine Unterordnungsübungen und
gibt so dem Helfer die Möglichkeit, unbemerkt vom Versteck 1 nach
2 zu wechseln. Der Hundeführer geht zum Ausgangspunkt zurück
und schickt den Hund, nachdem dieser ihm seine Aufmerksamkeit schenkt,
zum Versteck. Beim leeren Versteck angekommen, ruft ihn der Helfer zum
anderen Versteck, läßt ihn bellen und bestätigt ihn. Nach
2 - 3 solcher Übungen muß der Helfer aber wieder mal im 1.
Versteck anzutreffen sein. Klappt dies sicher, lassen wir den Hund zusehen,
wie der Helfer ins Versteck 2 läuft. Wir sorgen jetzt aus kurzer
Distanz dafür, daß der Hund zum Versteck 1 läuft und dann
erst zum Helfer. Dies geschieht an langer Leine. Dies muß sehr oft
geübt werden. Schritt für Schritt wird die Distanz um 1 Versteck
vergrößert. Es muß unbedingt vermieden werden, daß
der Hund ausbricht und den Helfer erreicht. Wenn der Hund Versteck 1 und
2 gut annimmt, wird mit 3 und 4, 5 und 6 genauso verfahren. 5 und 6 sollten
nicht so oft geübt werden. Das Interesse muß bei den ersten
4 liegen. Als nächstes werden die Versteckpaare verbunden. Es wird
2 und 3, dann 4 und 5 geübt. Es ist wichtig, daß man immer
in gleicher, korrekter Reihenfolge übt. So lernt der Hund, wie er
exakt zu laufen hat, um den Helfer zu erreichen.
Sehr spät in der Ausbildung werden dann Seiten- und Rückentransport
oder das Entwaffnen geübt. Dies darf aber jetzt kein großes Problem
mehr darstellen.
Beim Üben des frontalen Anbisses ist darauf zu achten, daß der
Helfer den Arm hinter seinem Rücken versteckt und ihn erst kurz vor dem
Anbiß nach vorne bringt. Es soll damit erreicht werden, daß sich
der Hund mehr am Helfer und weniger am Arm orientiert. Dies führt zu
einem besseren Griff in der Mutprobe.
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